Paul Korff – Architekt des Gutshauses

Paul Johannes Adolf Korff war der Architekt des Gutshauses in Moisall. Er wurde am 25. Oktober 1875 in Laage als Sohn des Maurermeisters Senator Friedrich Korff geboren. Aufgrund des Titels “Senator” geht man davon aus, dass sein Vater Friedrich Korff ein Selbstständiger Unternehmer war. Nach seiner Ausbildung am Technikum in Neustadt (Glewe), arbeitete Paul Korff für einen Herren Gotthilf Ludwig Möckel, wo er unter anderem die Bauleitung der Trinitätskirche in Hainchen übernahm. Es wird spekuliert dass er bei dem Projekt seine erste Ehefrau kennen lernte.

1901 machte sich Paul Korff selbstständig und arbeitete in Rostock und Laage, wo er zusammen mit seinem Geschäftsparnter Alfred Krause unter anderem das Hotel “Stadt Waren” (Müritz) und das Krankenhaus in Laage (1902) entwarf. Zwei Jahre später ließ er sich endgültig in Laage nieder, wo er unter dem Namen “Landhausbüro Laage” eine Firma mit ca. 20 Mitarbeitern gründete, die bis ca. 1929 existierte. Nebst reinen Architekturaufträgen, hat er auch Umbauten und Modernisierungen organisiert.Während dem ersten Weltkrieg wurden große Teile von Ostpreußen an die Armee des russischen Zaren verloren und später wieder zurück erobert. Nach der Rückeroberung mitten im Krieg, begann ein großes Wiederaufbauprogramm, bei dem auch gestalterische Qualität eine große Rolle spielte. An diesem Programm hatte Paul Korff, sowohl auch viele andere Architekte, Anteil. Obwohl seine Arbeiten dort nicht nachgewiesen werden konnten, sind Zeichnungen von Möbeln aus dieser Zeit erhalten, die bezeugen, dass er sich nicht nur mit dem Bau von Gebäuden befasste.

Während 1920 bis 1932 arbeitete Dipl.-Ing. Hermann Gätjen in Korffs Büro. Nach alten Überlieferungen galt er als talentierter Techniker. Er heiratete Paul Korffs älteste Tochter und gründete schlussendlich ein eigenes Bauunternehmen in Laage.

Korff stellte seine unternehmerischen Tätigkeiten während der Wirtschaftskrise ein und verkaufte schlussendlich seine Büroräume und sein Haus und setzte sich ab. Beim Kriegsende begannen er und seine zweite Ehefrau Selbstmord. Aufgrund der hohen Anzahl Verstorbener zu der Zeit wurden die Beiden in einem anonymen Gemeinschaftsgrab beerdigt.

Werke
* 1902 Hotel “Stadt Waren” in Waren (Müritz)
* 1902 Krankenhaus in Laage
* 1903 Verlagshaus des “Rostocker Anzeigers” in der Doberaner Straße in Rostock
* 1903 Gutshaus in Stubbendorf (bei Tessin)
* 1903 Herrenhaus in Badow
* 1903 Klubhaus des “Mecklenburgischen Jachtklubs” in Rostock-Gehlsdorf
* 1903 bis 1907 Gutshaus, Arbeiterwohnhäuser und Inspektorenhaus in Wendorf
* 1905 Hotel “Zur Goldenen Kugel” in Neubrandenburg
* 1905 Gutshaus in Groß Vielen
* 1907 eigenes Wohnhaus mit Atelier in Laage
* 1907 Entwurf für den Wettbewerb “Binah Vollbuer”
* 1907 Entwurf für den Wettbewerb “Alles unner ein Dack” für ein kleinbäuerliches Gehöft
* 1908 Herrenhaus auf Gut Zarnekow
* 1909 Entwurf für den Wettbewerb zum Neubau des Kurhauses Warnemünde mit einem Zweiten Preis
* 1909 Rostocker Bank, heute Deutsche Bank in Rostock
* 1909 Wohnhaus Gustav Zeeck (“Zeeck’sche Villa”) in Rostock
* 1909 Sommerhaus für Dr. Scheven, Warnemünde
* 1909 Sommerhaus für Rechtsanwalt Kiesow, Warnemünde
* 1910 Herrenhaus Büttelkow in Biendorf (Mecklenburg)
* 1910 Herrenhaus in Wichmannsdorf
* 1910 Kaufhaus Zeeck in Rostock
* 1911 Umbau Gutshaus in Pötenitz
* 1911-1912 Schloss in Bellin
* 1911-1912 Herrenhaus Gut Hasenwinkel bei Neukloster
* 1911-1912 Herrenhaus auf Gut Lübzin
* 1912 Wohnhaus in Güstrow
* 1912 Landhaus in Güstrow
* 1912 Herrenhaus in Groß Timkenberg
* 1912 Wohnhaus in Magdeburg
* 1912 Wohnhaus “Siegfried” in Schwerin
* 1912 Herrenhaus in Moisall
* 1912-1913 Herrenhaus in Mentin bei Parchim
* 1912-1913 Herrenhaus in Lehnenhof bei Neubukow
* vor 1912 Landhaus in Beckerwitz
* vor 1912 Herrenhaus in Barz
* vor 1912 Herrenhaus in Hülseburg
* 1913 Geschäftshaus in Güstrow
* 1913 Geschäftshaus in Marggrabowa (heute in Polen)
* 1913 Geschäftshaus in Waren (Müritz)
* 1913-1914 Textilkaufhaus Gustav Zeeck in Kolberg (heute Polen)
* 1914 Umbau Kaufhaus in Krakow am See
* 1914 Geschäftshaus C. Lehment (später “Grundgeyer”) in Rostock
* 1914 Blücherdenkmal in Laage
* vor 1915 Kaufhaus Schlüter (jetzt Standort C&A) in Rostock
* 1915 Umbau Geschäftshaus Speiser (heute Kieser, Steinstraße) in Rostock
* vor 1916 Verwaltungsgebäude in Güstrow
* zwischen 1916 und 1922 Textilkaufhaus Gustav Zeeck in Köslin (heute Polen)
* zwischen 1918 und 1920 Schloss Vollrathsruhe
* vor 1920 Schloss in Plathe (heute Polen)
* vor 1920 Schloß Speck (Pommern), Ort unklar
* vor 1923 Verwaltungsgebäude der Neptunwerft (heute EWS) in Rostock
* 1927 Wiederaufbau Rathaus in Malchin
* 1927 Kriegerdenkmal 1914-18 in Teterow
* 1928-1929 katholische Kirche in Güstrow
* 1930er Jahre: Umbau des Geschäftshauses der Mineralwasserfabrik Kempgens & Co.